Wenn die Leistungen schon über 30 Turniere in Folge "unterdurchschnittlich" sind, sind diese Leistungen wohl eher "durchschnittlich" und die Erwartungen an die deutsche Leistungen zu hoch. Sprich: Sie sind einfach nicht besser.
Auf Leistungen zu schauen, wo durch Tagesform oder kurz/mittelfristige Leistungsspitze die Ergebnisse mal überdurchschnittlich waren, und diese Zustand als neues normal/durchschnitt zu betrachten ist mMn einen Fehler. Würde man das für alle Sportler machen, sollte die Top-16 mindestens 30 Plätze bieten, und die Top-64 weit über 100, damit alle Darter "normal" plaziert wären.
ich bekomme hier oft den Eindruck, dass die Möglichkeiten deutsche Darter überbewertet werden, und die ausländischen Darter unterbewertet. Die Hoffnung auf gute deutsche Spieler verstehe ich, aber man sollte realistisch bleiben. Im Sport geht es nicht dauerhaft aufwärts, sondern ist es eher ein Achterbahn Fahrt, wo es auch mal abwärts geht. Das sollte man akzeptieren und nicht andauernd "verurteilen".
Meine Vermutung ist auch, dass gerade bei den PCs die Erwartungshaltung hinsichtlich der Deutschen sehr groß ist, was mE an zwei Dingen liegt.
1. Die wachsende Anzahl der deutschen Spieler, die die Erwartung wecken, dass mind. die Hälfte davon auch die erste Runde überstehen müssen. Dabei muss man aber ehrlich sein, dass außer vllt. Springer, keiner der in den letzten drei Jahren dazu gekommenen wohl durchschnittlich eine größere Chance als 40% max. 50% auf einen Sieg in der ersten Runde hat. Spieler wie v.a Wolters, aber auch ein Czerwinski wohl noch weniger (Wobei ich da das Gefühl habe, er akklimatisiert sich recht schnell, dafür dass man vorher wenig von ihm gesehen hat)
2. Das Gefühl eine deutscher Sieg ist überfällig. Seit Hopp 2018 gab es einige Phasen in denen deutsche Spieler sowohl formmäßig als auch in einzelnen Turnieren nah dran waren. Clemens war 2020 bis 23 dafür in "Reichweite" (war ja eine Zeit lang der höchstgerankte Spieler ohne Titel in der PDC), bei Pietreczko und Schindler zeugen die Titel auf der ET ja vom grundsätzlichen Vermögen dazu (wobei bei Pietreczko die Form aktuell nicht mitspielt).